Ausgabe 29. Dezember (55,6 Mb)
Wie entstehen Standards im Internet?
Das Internet existiert, weil Rechner von verschieden Herstellern in der Lage sind, sich unter einander zu unterhalten in einer vorbestimmten Weise, genannt Protokoll. Wer macht aber die Protokolle, d.h. die Standards in Internet?
Eine Möglichkeit ist, dass einige Firmen, die im gleichen Gebiet arbeiten sich in einem Konsortium zusammenschließen und gemeinsam ein Format entwerfen, so dass deren Anwendungen untereinander Daten austauschen können. Diese Vorgehensweise ist ziemlich neu, es gibt aber bereits Fälle, wo Firmen böse werden, wenn sie bei der Entwicklung nicht eingeladen wurden. Als Ergebnis entsteht eine Konkurenzinitiative und somit zwei Standards, welche genau das gleiche machen. Aus solchen Anlässen kommt das Sprichwort „Standards sind gut, machen wir mehr davon“.
Bisher wurde das Wort „Standard“ unangemessen gebraucht. Ein Standard kann nur ein bevollmächtigtes Amt genehmigen, wie das Deutsche Institut für Normen, Български институт за стандартицазия, der europäische Komitee für Standardisierung, oder ISO – die Internationale Standardisierungsorganisation. Solche Ämter beschäftigen sich mit allen möglichen Standards und der Anteil der standardisierten Prozeduren für das Internet ist wesentlich kleiner vom tatsächlich etablierten.
Wie kann dann das Internet in einer standarden Weise funktionieren, wenn die Standards dafür fehlen?
Zurück im Jahre 1969, als das Internet noch in entstehen war, hat Steve Crocker bei Kollegen seine Vision zur Kopplung von Rechnern vorgestellt. Er gat seinen Brief per Post verteilt und „Request for Comments Nr. 1“ genannt. Es folgte ein weiter Brief Namens „Request for Comments Nr. 3“. Dort wurde die Reihe „Bitte um Kommentare“/Request for Comments gelegt und eine Arbeitsgruppe für Rechnernetze gegründet.
Laut der vorgeschlagenen Arbeitsweise wurde die Mitarbeit weitergeführt und es folgten weitere „Bitten um Kommentare“. Später ist der Bedarf entfallen, die Briefe per Post zuschicken, und die „Request for Comments“ waren nicht mehr „Bitten“, sondern gut diskutierte Vorschläge zur Erweiterung des Internets. Jedoch sind die Durchnummerierung und Benennung geblieben.
Heute nennt sich die Organisation, welche die „Bitten um Kommentare“ verwaltet, d.h. sammelt und veröffentlicht, Internet Engineers Taskforce, oder kurz IETF. Dort gibt es Arbeitsgruppen für die Sicherheit, für die Anwendungen, für die Arbeit in Echtzeit, für den Datentransport, usw.
Damit eine „Bitte um Kommentare“ endgültig als solche veröffentlicht wird, muss man erst ein Entwurfsvorschlag machen. In den folgenden Monaten kann jeder den Entwurf lesen und Verbesserungen vorschlagen. Der Autor betrachtet die Rückmeldungen, indem er einen neuen, verbesserten Entwurf macht. Wenn alles zum Thema gesagt wurde, wird der Verbesserungsvorschlag von den Vorsitzenden der jeweiligen Arbeitsgruppe gelesen und es wird gesagt, ob es Widersprüche mit anderen Veröffentlichungen gibt. Falls alles klappt wird es weitere 48 Stunden gewartet vor der endgültigen Veröffentlichung.
Das Verfahren zum Veröffentlichen dauert mindestend 3 Monate, konnte aber auch länger als 1 Jahr sein. Es kann auch vorkommen, dass ein Entwurf stirbt, ohne als „Bitte um Kommentare“ veröffentlicht zu werden. Einst veröffentlicht, bekommt jede „Bitte“ eine Nummer und kann nicht mehr verändert werden, auch wenn es Schreibfehler enthalten sind. Unklarheiten werden mit einer neuen „Bitte um Kommentare“ korrigiert. Sind die Änderungen radikal, wird die alte „Bitte“ als ungültig erklärt. Selbstverständlich sind das keine Gesetze die von heute auf morgen geltend gemacht werden. Die alten Veröffentlichungen bleiben solange in Kraft, bis sie von laufenden Anwendungen gebraucht werden. Somit sollen alle Verbesserungsvorschläge möglichst ähnlich zu den alten funktionieren.
Im Unterschied zu den „staatlichen“ Standardisierungsrganisationen, wo man für die Standards oft zahlen muss, damit man diese lesen darf, können bei IETF alle Protokolle frei heruntergeladen werden. 2 Mal jährlich sammeln sich die IETF Mitglieder, um die Zukunft des Internets zu gestalten. In der restlichen Zeit läuft die Kommunikation über Internet. Man diskutiert bis Konsens erreicht wird. Eigentlich ist das gar nicht schwer, weil es hier nicht ums Geld geht.
In der vor 30 Jahre entstandene Gruppe “Syrtos” waren ursprünglich alle Stücke von Aufnahmen gespielt. Im Jahre 89 kommt die Idee während des Tanzens zu singen und so entsteht ein Chor. Die Vorteile waren auch pragmatisch – in den Pausen während sich die Tänzer umzogen, hat der Chor das Publikum unterhalten. Als Name wurde “Bela Rado” gewählt, damit es gleich fremdsprachig klingt und leichte Aussprache hat. Chor “Bela Rado” singt bulgarische Lieder, die auch ausserhalb von Tanzhaus aufgeführt werden. Gleichzeitig gibt es im Repertoar Lieder aus allen Ecken der Welt für die monatliche Treffen von Tanzhaus Karlsruhe. Demnächst soll auch die erste CD mit Aufnahmnen erscheinen.