Sendung "Grenzenlos"

Ausgabe 30. August 2008 (55,7 Mb)

Die Kombilösung in Karlsruhe

Kennen Sie den Spruch:Oben gut drauf. Unten gut voran.Das ist das Moto eines der größten Verkehrsprojekte das Karlsruhe je in die Wege geleitet hat: Die Kombilösung mit zwei Umbau-maßnahmen, die sich gegenseitig perfekt ergänzen.

Das Logo : Die Kombilösung bewegt mich akzenziert auf das grandiöse Konzept mit Gesamtdaten: Stadtbahn- und KfZ-Verkehr auf Tunneltrassierung in der Länge ca. 6,3 km.

Im Juni wurde das Projekt reichlich vorgestellt: am Geburtstag der Stadt Karlsruhe und dann noch atraktiver auf das Fest 2008 hat man volle Aufmerksamkeit gewonnen und durch präzise Pläne, moderne Bauweise und enorme Bau-Massstaben fasziniert.

Ein Tunnel der Länge ca. 3,3 km wird gebaut unter dem Zentralweg für den öffentlichen Verkehr und gleichzeitig eine Fussgängerzone: die Kaiserstrasse, Er ist in der Mitte verzweigt nach Süden mit noch einem ca. 1,5 km-langen Tunnel.

Das heißt die Stadtbahn wird T-förmig den Kern von Karlsruhe überqueren. Zusätzliche Spurlinien werden eingeführt, somit entsteht eine neue Stadtbahnstrecke, bzw Fußgänger- und Radfahrerstrasse mit dem Bau eines Autotunnels der Länge 1,6 km unter der Kriegstrasse. Ende 2009 soll es losgehen. Voraussichtliches Ende des Gesamtprojektes ist Jahr 2020. Was hat eigentlich so eine Baumassnahme aufgeregt?

Die Zahl der Fahrgäste in Karlsruher Straßenbahnen beträgt heutzutage rund 100 Millionen.

Die Kaiserstraße ist an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Ebenso ist die Kriegstrasse überbelastet. Diese wird als Hauptader für den innerstädtischen Individualverkehr bezeichnet.

Höchste Zeit, die Lebensqualität und Mobilität in Karlsruhe auf neue Gleise zu lenken bezweckt das Projekt.

2003 wurde die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH ( kurz genannt KASIG) gegründet, ein Unternehmen der Stadt Karlsruhe. Sie ist Bauherr der Kombilösung.

Die Kostenberechnung ergab Gesamtkosten in Höhe von 496 Millionen Euro. Die zuwendungsfähigen Kosten sollen demnach zu 60% vom Bund, zu 20% vom Land und zu 20% von der KASIG getragen werden. Die Förderung durch Bund und Land ist allerdings an die Umsetzung des Gesamtprojektes gebunden. Eine Teilrealisierung – nur Kriegsstraße oder nur Stadtbahntunnel – steht daher nicht zur Debatte.

Als Folge der Durchsetzung stehen imVordergrund: Entspannung für die Kaiserstrasse und Mobilität über die Kriegstrasse.

Die Kaiserstrasse auf zwei Ebenen: Oben in einer schienenfreien Fußgängerzone vom Europaplatz bis zum Kronenplatz. Unten stressfrei ans Ziel.

Die Kriegstrasse auch auf zwei Ebenen: Oben eine begrünte Straßenbahntrasse. Und eine vier reihige Baumallee mit Platz und Überquerungs-möglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger. Unten ein durchgängiger Autotunnel vom Karlstor bis zum Mendelssohnplatz. Mit Ein- und Ausfahrten für den City- und Anliegerverkehr im Bereich Karlstor und Ettlinger Tor.

Welche Baumassnahme wird als Erstes unternommen?

Es ist vorteilhafter, wenn zuerst der Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße mit dem Südabzweig Ettlinger Straße gebaut wird. Dann können die Bahnen Fahrgäste schnell und ungehindert ans Ziel bringen, während in der Übergangszeit bis zum Umbau der Kriegsstraße oben nur noch zwei Linien fahren – und so auch die Fußgängerzone schon spürbar entlastet wird.

Eine Kombination aus modernster Tunnelbohrtechnik und offener Bauweise sorgt dafür, dass die Beeinträchtigung durch Baustellen gerade in der Kaiserstraße so gering wie möglich wird. Selbst im Bereich der neuen unterirdischen Haltestellen wird es höchstens für zwei Jahre einen teilweise offenen Baubereich geben.

Die neuen unterirdischen Haltestellen sind großzügig, hell und behindertengerecht ausgestattet. Sie verfügen über mindestens einen Aufzug pro Bahnsteig, Rolltreppen und feste Treppen, die auch zu Stoßzeiten das schnelle Vorankommen sichern. Die Bahnsteig -gestaltung ist für Nieder und Mittelflurbahnen geeignet. Für ein hohes Maß an Sicherheit sorgen modernste Vorrichtungen für Brandschutz, Kommunikation und Videoüberwachung.

Wie wird gebaut?

Der Schild-vor-trieb eignet sich hervorragend, um die Kaiserstraße möglichst störungsfrei zu untertunneln mit Startpunkt Gothesauerplatz an der Durlacher Allee. Dafür wird ein rotierendes Schneiderad mit einem Durchmesser von ca. neun m unterirdisch geschoben. Direkt hinter dem Bohrkopf versetzt die Maschine Tunnel-ring-segmente aus Stahlbeton in den Hohlraum. Dabei bleibt die Oberfläche der Kaiserstraße unberührt. Für die unterirdischen Haltestellen der Kombilösung kommt die Deckelbauweise zum Einsatz. Dafür werden von oben Bohr-pfahl-wände im Boden versenkt. Die Straße wird teilweise geöffnet und ein Betondeckel auf den Wänden gegossen. Der weitere Aushub erfolgt unter dem Deckel. Die Oberfläche steht dadurch relativ schnell wieder für den Verkehr zur Verfügung. Wegen der Kürze der Strecke wird der Südabzweig des Stadtbahntunnels unterirdisch im klassischen bergmännischen Verfahren gebaut. Das ist günstiger und geht schneller. In der Ettlinger Straße zwischen Baumeisterstraße und Augartenstraße wird der Rest des Stadtbahntunnels mit offenen Baugruben fertiggestellt, da die geringe Tiefe keine andere Bauweise erlaubt. Aus dem gleichen Grund wird auch der Autotunnel Kriegsstraße in offener Bauweise erstellt.

Erste Erkundungsbohrungen für Kombilösung in den Bereichen der geplanten Haltestellen und Rampen wurden im Juli durchgeführt. Die Rammkernbohrungen mit Kleinbohrgeräten erstreckten sich auf den Bereich Durlacher Allee, Kaiserstraße und Kaiserallee, sowie im Südabzweig Ettlinger Straße.

Die Bohr-ansatz-punkte lagen zumeist außerhalb der Gleisanlagen und sind so gewählt worden, dass für Anlieger und Verkehrsteilnehmer nur in geringem Umfang Beeinträchtigungen zu erwarten waren. Die Erkundungstiefe beschränkte sich auf die oberen ein bis fünf Meter, so dass pro Bohrung etwa bis zwei Stunden benötigt waren.

Und jetzt kurze Vorstellung des T-förmigen Stadtbahn-Tunnels. Momentan hat die Kaiserstrasse-Strecke 7 Oberirdische Haltestellen, davon werden 2 endgültig abgebaut und 2 werden behalten, aber verlegt zur optilamen Nutzung von den Fahrgästen und zum bequemen Umstieg.

Im Plan stehen 9 Haltestellen, davon 4 Unterirdisch, darunter Europaplatz mit direktem Zugang zum Einkaufszentrum Post Galerie, und eine Haltestelle am Marktplatz als U-Gleisdreieck.

4 neue Haltestellen wird es an der Oberfläche geben, und 2 Gleisrampen als Eingang bzw. Ausgang des Tunnels Kaiserstrasse

An der Plan-Abzweig-Strecke der Ettlinger Strasse verfügt man über 3 Haltestellen, eine davon wird behalten aber verlegt zur besseren Verteilung der Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Die zentrale Haltestelle Ettlinger Tor wird auf zwei Ebenen umgebaut mit direktem Zugang zum Einkaufszenter Ettlinger Tor. Und die Haltestelle am Kongresszentrum wird noch unterirdisch eingerichtet mit Tageslicht-schachten. Dazu zählt nach Plan auch eine Gleisrampe als Ausgang der Stadtbahn an der Oberfläche.

Auch der KfZ-Kernweg durch die Stadt – die Kriegstrasse wird zum Teil zu Stadtbahnstrasse umgewandelt Somit wird das Bahnnetz erweitert. Durch 2 Rampen für den Autotunnel und 2 Zwischen-Verbindungsrampen, die auch heute existieren, fällt die Bau-massnahme als optimal für die jetzige Lage. Es entsteht eine 1,6 km lange Strecke ohne Ampel oder Kreuzung, da kommt man bestimmt schnell ans Ziel an. Das Konzept beinhaltet hier 2 verlgete Haltestellen und noch zwei neue.

Ob Parkplatzprobleme, Verkehrsbehinderungen oder Baulärm, ob Gebäudesicherung, Hinweisbeschilderung oder Entschädigungen, es wurde an alles gedacht Fahrgäste, Fußgänger, Stadtgenießer, Anlieger usw..Und noch dazu das Projekt ist offen und sozialgerichtet: man hat jegliche Möglichkeiten Meinung zu äußern und mitzumachen. Die Homepage des Projektes www.diekombiloesung.de verfügt über ein offenes Forum, da sind noch Kontaktdaten der KASIG zu finden und als kurze Empfehlung für diejenigen, die die Bauarbeiten hautnah miterleben möchten ein Bau-tagebuch:

Kriegstrasse und Kaiserstrasse in allen Bauphasen in all den Bauschnitten mit Artikeln und Fotos aus der Oberfläche und unterirdisch, Werbcams an den interessantesten Punkten und noch Termine für die Tunnelführungen.

Das war in den letzten Monaten interessant zu berichten, liebe Zuhörer: eine relativ kleine Stadt Karlsruhe mit ca. 290 tausend Bewohner, mit autentischem Stadtblick und Gründungslegenden hinter sich, baut unterirdisch – das heißt modern, optimal und effizient.

Save-Darina

Sie hören gleich eine Mitmacherin einer bulgarischen Bürgerinitiative, die Geld findet, wenn ein krankes Kind nur im Ausland behandelt werden kann. Ich habe sie gefragt, ob es auch in Deutschland Probleme gibt für so was Finanzierung zu finden, davon hat sie nichts gehört.

Heute als ich mit der Zug von der Arbeit nach Hause gefahren bin, wurden Zettel verteilt, wo Geld für ein Kind mit Leukämie gefordert wurde. Bis dann haben wir uns mit den anderen Reisenden nicht unterhalten, als ich aber Geld geben wollte, hat mich der Mann, der neben mir sass, angesprochen. Er meinte es kann nicht wahr sein, dass für ein Kind in Deutschland sich über normale Wege kein Geld finden wird, so dass man bettlen muss. Er selber ist von Kongo nach Deutschland vor 17 Jahre gekommen, hat wahrscheinlich viel mit dem Sozialsystem hier erlebt und war absolut sicher, dass es um kein krankes Kind geht.

Als die Leute, welche die Zettel verteilt haben, wieder kamen, habe ich gefragt ob ich das Kind sehen darf. Dann haben sie geantwortet, dass sie mich nicht verstehen. Doch, hat er mich verstanden, weil er einige Wörter schon konnte.

Was man als Bürger machen kann, wenn es wirklich um betroffene kranke Kinder geht und wie man dann das Vertrauen der Spender kriegt, hören sie gleich.

Falls das Kind krank ist, leidet die ganze Familie. Wenn der Husten oder die Grippe vorbei ist, kommt das Glück ist wieder ins Haus. Die schlimmste Sachen, die jemand passieren kann, ist kein Geld für das heilen des eigenen Kindes oder Schwester zu finden. Das ist in Bulgarien regelmäßig passiert, heute findet man über Spenden Geld, wenn der Staat Anträge auf Geld zum Heilen in Ausland unbearbeitet lässt. Am Telefon ist Nina Todorova.

Vor drei Jahre war ein Kind - Darina krank und für Ihr Heilen konnten die Eltern kein Geld finden...

Die Leute hinter der Aktion www.save-darina.org haben sich mit dem Ziel vereinigt, Geld für Darina zu finden. Anders als ursprünglich gedacht, haben andere Familien nach der Aktion für Darina um Hilfe gebeten. Was ist da passiert, wie läuft danneine Aktion abläuft, wie werden die Angebote von Krankenhäusern gesammelt werden, über das Vertrauen der Spender und die Beteiligung der Medien hören Sie in der Sendung.